DreamWalker von Christoph Zachariae

Dr. Lem ist Traum- und Komaforscher und Psychologe an der Berliner Charité. Als er selbst Opfer eines Unfalls wird und ins Koma fällt, begibt sich seine hochsensible Tochter Isa auf die Suche nach ihm, denn sie beherrscht als eine von Wenigen das luzide Träumen, mit dem sie ihren Vater zu erreichen versucht. DreamWalker von Christoph Zachariae, Autor der Ödland-Reihe, erforscht die wissenschaftlichen und paranormalen Möglichkeiten der Traumforschung.

Übersicht und Klappentext

dreamwalker fantasybuch

Traumforscher Dr. Jakob Lem arbeitet im Schlaflabor der Berliner Charité an der revolutionären Behandlungsmethode, Therapeuten in die Träume anderer Menschen zu schicken: Projekt DreamWalker.

Dr. Lems fünfzehnjährige Tochter Isabella Lem ist hochsensibel. Sie hält sich von Geräuschen und Menschen fern und zeichnet Insekten im Garten. Nur in ihren Träumen ist frei, denn Isa ist Klarträumerin, genau wie ihr Vater. Dr. Lem fördert das Talent seiner Tochter und will sie zur DreamWalkerin ausbilden.

Nach einem Verkehrsunfall liegt Dr. Lem im Koma und Projekt DreamWalker droht das Aus. Isa kann sich ein Leben ohne ihren Vater nicht vorstellen. Zum ersten Mal in ihrem Leben geht sie ein Risiko ein und bricht als DreamWalkerin zu einer Reise ins Unbekannte auf.

Kann Isa den Traum ihres Vaters finden und ihn aus dem Koma wecken?

dreamwalker luzide träume
Dream Walker* von Christoph Zachariae. Band 1: Die Schatten

Dream Walker: Luzide Träume als Parallelwelt

In „Dream Walker“ nimmt uns Christoph Zachariae mit auf eine Reise zwischen Realität und Traumwelt: In einem akademisch-wissenschaftlichen Setting lernen wir den Psychologen und Traumforscher Dr. Lem kennen, der an der Berliner Charité mit einer neuen Technologie Träume erforscht, um Komapatienten helfen zu können. Gleichzeitig sucht er eine Lösung für seine eigenen, wiederkehrenden Träume, und nach einer Lösung, seiner autistischen Tochter Isa zu helfen.

Die Beziehung zwischen Isa und ihrem Vater steht im Zentrum der Geschichte, die Erzählperspektive wechselt zwischen den beiden hin und her. An dieser Stelle möchte ich dem Autor auch ein Kompliment machen: Isa ist ein hochinteressanter und komplexer Charakter. Mit ihrer an Autismus grenzenden Hochsensibilität haben wir hier eine nicht alltägliche Heldin. Ihre Darstellung in der Dynamik zwischen Innen- und Außensicht ist sehr gut gelungen.

Das Setting erinnert ein wenig an einen Frank-Schätzing-Roman: Wir haben hier sehr moderne, wissenschaftliche Technik, zu der sehr viel Fach- und Hintergrundwissen beigesteuert wird, und eine Verbindung zum Phantastischen durch die Traumwandlerei, die die Grenzen zur Realität aufbrechen. Insofern ist Dream Walker kein klassischer Fantasyroman mit Elfen, Zwergen, Drachen und ähnlichem, sondern bewegt sich eher an der Grenze zum Wahrnehmungsthriller und thematisiert luzide Träume als Parallelwelten.

In seinem Aufbau mit der Mischung aus Realität und Fantasy im wissenschaftlichen Umfeld erinnert „DreamWalker“ auch an den „Übergang“ von Justin Cronin oder an Romane von Frank Schätzing oder einige von Dean Koontz, wobei Dreamwalker auf keinen Fall ein Thriller oder dem Horrorgenre zuzuordnen ist.

dreamwalker die schatten rezension

Fazit

Was mich sehr beeindruckt hat, war die Wahnsinnsrecherchearbeit, die hinter DreamWalker steckt: Der Autor hat sich sehr intensiv mit luziden Träumen und der Traumforschung beschäftigt. Die Vorstellung, dass da in unseren Träumen noch eine andere Wirklichkeit schlummert, in der (vermeintliche) Defizite keine mehr sind, ist so alt wie die Menschheit, Christoph Zachariae hat dieser nun noch eine Dimension hinzugefügt.

Informativ, unterhaltsam und authentisch beschäftigt er sich mit den Komapatienten und auch mit Isa und ihrer brüchigen Verbindung zur Realität. Jeder, der vielleicht selbst hochsensibel ist oder mit einem Hochsensiblen Kontakt hat, wird in Isa vieles wiedererkennen und vielleicht das Innenleben Hochsensibler besser verstehen können. Man muss den Autor beglückwünschen, dass er hier die beiden Themen „luzide Träume“ und „Hochsensibilität so geschickt miteinander verknüpft.

Die Geschichte, und das ist jetzt der einzige Kritikpunkt, braucht allerdings ein bisschen, um in Fahrt zu kommen. Der Autor baut sehr ausführlich das Setting auf und bringt die Hauptfiguren und ihren Alltag in Stellung: Lem, seine Tochter Isa und seine Frau Maude sowie einige Nebenfiguren. Das alles geschieht mit sehr viel Detailliebe und Geduld, strapaziert selbige aber auch ein wenig.

Sehr gefallen haben mir dafür so nette Referenzen wie der Umstand, dass Isa gern Bücher eines Berliner Autors mit unaussprechlichem Namen liest. Ich mag sowas.

„DreamWalker. Die Schatten“* ist der erste Band einer Trilogie und wird jeden begeistern, der sich mit luziden Träumen und Traumforschung beschäftigt und sich gern im Niemandsland zwischen Wissenschaft und Fantasy bewegt.

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Passionierte Buchliebhaberin, großer Fan von Hobbits, Vampiren, Drachen, Metal und allem Magischen. Lebt mit Mann, Kindern und Hund in der Nähe des Teutoburger Waldes und schreibt an ihrem Dark Fantasy Debütroman.

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2 Gedanken zu „DreamWalker von Christoph Zachariae“

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