Kostenlose Kurzgeschichte: Road Wolf

Im Juni war Pridemonth und auf Instagram gab es eine Aktion unter Schreibenden, nämlich einen „queeren Kuss“ zu beschreiben. Das Ganze lief unter dem Hashtag , und ich habe bei der Aktion mitgemacht. Da ich mich aber schwer tue, die Atmosphäre für so einen Kuss in kurz darzustellen, gibt es heute eine kurze, kostenlose Kurzgeschichte. Zu der Figur „Abby“ schreibe ich am Ende noch etwas. Sie gehört zu meinem Figuren-Ensemble ;).

Viel Spaß beim Lesen!

Lesefeedback

Ich freu mich sehr über die Rückmeldungen zu der Geschichte, die ich über die verschiedenen Plattformen erhalten habe. Das spornt mich doch sehr an. Wenn dir die Geschichte auch gefällt, sag es mir doch gern im Kommentar, danke :)!

Tango und Tod – 1961

A Darkadian Tale - Tango und Tod von Sonja Tornefeld. Buchcover in Rottönen, Schrift Gold. Links unten ein tanzendes Paar als Silhouette, eingerahmt von Weinblätterranken. Rechts grafisch eine schwarze Schlange, im Hintergrund ein Zirkuszelt

DARKADIAN GODS: „George und Deborah“ – 1964

1964.

Der im Exil lebende Halbdarkadier George rettet die Druidin Deborah, nicht ahnend, dass die Begegnung ihn nicht nur in einen interdimensionalen Krieg zieht, sondern auch seine Gefühle auf eine harte Probe stellt.

Dark Urban Fantasy, Roman, Band 1 des Darkadiums. Aktuelle Informationen über dieses Projekt erhältst du hier.

Road Wolf

Road Wolf
Road Wolf (2024) Kostenlose Kurzgeschichte von Sonja Tornefeld. (Bild mit KI erstellt)

Abby blieb im Dunkeln zurück und sah Sarah hinterher, die mit dem Arschloch verschwand. Ihre linke Gesichtshälfte schmerzte von dem Faustschlag. Er war es wert gewesen. Sie zog trotzig die Nase hoch und bemerkte erst jetzt, dass sie blutete. Fluchend wischte sie sich das Blut mit dem Ärmel fort. Sie hatte schon schlimmere Wunden davongetragen. Ihre Werwolfgene würden es richten. Sie grinste. Der Typ hatte sich voll in die Hose gemacht. Er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass er von einem Mädchen verprügelt werden würde. Dem hatte sie es gegeben. Sie kicherte. Schade, dass die Jungs nicht dabei waren. Wenn das Rudel da gewesen wäre, hätten sie diesen schäbigen Drecksladen in Schutt und Asche gelegt. Sie warf einen letzten Blick auf das »Sunset Beer«, die abgewrackteste Hafenbar der Atlantikküste, und würgte die Tränen nieder. Sie hatte ein Talent dafür, sich in die falschen Frauen zu verlieben. Sie schnaubte und kickte wütend eine Bierflasche über den Asphalt.
Ok, komm runter. Sie hat dich als Bodyguard engagiert und dich entlassen, als du deinen Job gemacht hast. Da war nie was zwischen euch. Da wird nie was zwischen euch sein. Sara steht auf Arschlöcher, nicht auf dich.
Abby warf den Kopf in den Nacken und stieß ein wütendes Wolfsgeheul aus. Der Wolf in ihr prickelte unter ihrer Haut. Sie schnaubte und riss entschlossen die Autotür auf. Sie würde wegfahren und verschwinden und Sara Moreau ein für allemal vergessen. Sie sank auf den Fahrersitz und ließ den Wagen an.
Beim Anfahren kurbelte sie das Fenster herunter. Langsam fuhr sie über den staubigen Parkplatz, als sie das hektische Klack-Klack hoher Hacken heranlaufen hörte. Sie schloss die Augen. Egal, was sie sagte, dieses Mal war es vorbei. Ende und aus. Genug ist genug. Sie fuhr weiter und achtete nicht auf Rück- oder Seitenspiegel.
»Abby?«, schluchzte Sara.
Abby stoppte den Motor und starrte sie an. Sara zog ihre Pumps aus und warf sie fort. Ihre Haare waren zerzaust, ihr Make-Up war zu einer nachtschwarzen Flut über ihr Gesicht zerlaufen, ihr Kleid hatte sie wohl ihm Gehen notdürftig übergestreift. Abby seufzte.
»Du hattest recht, ok? Ich war dumm. Ich war ein Arsch. Es tut mir leid, ok?«
»Ok, pass auf. Ich bring dich in die Stadt, aber dann bin ich weg, klar?«
Sara lief um den Van herum, setzte sich auf den Beifahrersitz und sah Abby an, die bewusst nach vorn schaute und wieder anfuhr. Sie kuppelte in den nächsten Gang und fuhr auf die Landstraße. Saras Hand legte sich auf ihre.
»Abby«, flüsterte sie.
Abby ignorierte sie.
Lass dich niemals mit einem Auftraggeber ein, verlieb dich niemals in einen Auftraggeber, dachte sie, verlieb dich niemals… ach, scheiße…
Sie fuhr rechts ran und sah Sara an, bereit, ihr eine Predigt über arschiges Verhalten zu halten. Sie wollte ihr ein paar Takte darüber erzählen, dass man nicht mit den Gefühlen anderer spielte, und dass sie nicht für solche Spielchen zu haben war, und darüber, dass sie sie vom ersten Moment an geliebt hatte. Sara beendete ihren Vortrag, bevor er begann. Ihre Lippen lagen auf ihren, ehe Abby Luft holen konnte. Abby versank in dem Kuss und ließ sich fallen in die Berührung und das Verlangen, das sie erfüllte. Saras Lippen trugen sie hinfort, ihr Duft hüllte sie ein wie jedes Mal, wenn sie ihr zu nahe kam. Abby zog sie zu sich.
»Abby«, stöhnte Sara leise, »Oh, Abby, warte.«
»Ich bin hier, ich gehe nie wieder weg.«
»Das ist es nicht«, sagte Sara und drückte sich weg von ihr. Ihr Atem ging schnell und sie leckte sich über ihre Lippen. Nervös sah sie zur Heckscheibe hinaus.
»Ich habe das Arschloch umgebracht. Wir sollten hier verschwinden.«
Abby blinzelte. Dann grinste sie und drehte sich wieder dem Lenkrad zu.
»Dann hast du dich entschieden.«
Sara beugte sich zu ihr und leckte ihr über die Wange.
»Für immer, Baby.«
Abby fuhr das Versprechen der Berührung in ihren Schoß. Sie grinste Sara vielsagend zu und gab Gas.

Alle Rechte an dieser Geschichte liegen bei Sonja Tornefeld. Du darfst sie gern verlinken, aber nicht kopieren.

Über Abby

Abby Blackwood ist eine Figur aus dem Darkadium. Sie taucht in anderen Büchern als Nebenfigur, meist an der Seite ihres Bruders Byron Blackwood, auf. Byron ist wiederum der Alphawolf der „Bethlen-Wölfe“, einer Kurzgeschichten-Reihe, die mit „Der Kuss des Mondes“ ihren Anfang genommen hat.

Bücher, in denen Abby mitspielt, findest du hier. Sie wird in dem Buch „Darkadian Nights 2 – Im Takt der Wolfsherzen“ Protagonistin sein. Der erste Band der Reihe, in dem sie auch dabei ist, erscheint im Frühjahr 2027. Alles über Darkadian Nights erfährst du unter dem Link. Das wird eine spicy Werwolf-Buchreihe in vier Bänden.

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Foto des Autors
Sonja Tornefeld studierte Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik und Medienwissenschaften. Sie ist Fantasy-Autorin und passionierte Buchliebhaberin, großer Fan von Hobbits, Vampiren, Drachen, Metal und allem Magischen. Sie lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in der Nähe des Teutoburger Waldes.
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